Georg-von-Vollmar-Akademie e.V.

Dienstleisterin der Demokratie

Soziale Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – dafür steht die politische Bildungsstätte und öffnet täglich ihre Türen, um Wissen, Weiterbildung, Begegnung und Diskussionen rund um aktuelle politische Themen anzuregen. Zur Bandbreite unserer Veranstaltungsformate im denkmalgeschützten Schloss Aspenstein zählen Halbwochen-, Wochen- und Wochenendseminare. Darüber hinaus bieten wir bayernweit Podiumsdiskussionen, Lesungen, Theaterstücke, Workshops und Fachtagungen an.

Die Förderung von Demokratieverständnis und der gegenseitige Austausch stehen im Fokus unseres Bildungsangebots. Neugierig geworden? Komm zu uns an den Kochelsee und freu Dich auf politische Bildung im wunderschönen Oberbayern!

2020
Gründung
1
Referent*innen
100
Veranstaltungen
10
Ziel
2020
Gründung
1
Referent*innen
100
Veranstaltungen

Ein "History-Crime" Podcast
für die politische Bildung

Unser Podcasts soll Hörerinnen und Hörer für die Wahrnehmung von Kontroversität sensibilisieren und ihnen dabei helfen ihre Urteilskompetenz zu fördern. Die Trennlinie zwischen “bösem” Täter und “unschuldigem” Opfer verläuft nicht immer ganz eindeutig.  
Ist der Attentäter Franz Ferdinands im Jahr 1914 wirklich einfach ein durch Radikalisierung verblendeter Terrorist? Ist der Erzherzog selbst nicht auch Teil einer Imperialmacht, welche wenig übrig hat für das Streben der in der KuK-Monarchie unterjochten Nationen auf dem Balkan? Genau solche Fragestellungen und Perspektivwechsel zeichnen den Podcast aus, immer werden die jeweiligen und zum Teil unvereinbaren Motivlagen einander gegenübergestellt.
Am Ende gilt es selbst abzuwägen, ob der Erste Weltkrieg deshalb ausbrach, weil Gavrillo Prinzip den österreichischen Thronfolger ermordete und anschließend alle Großmächte in den Ersten Weltkrieg “schlafwandelten” (vgl. Christopher Clarke). 

Kooperation

Die 2. Staffel unseres Bildungspodcasts "Tatort Geschichte" der Georg-von-Vollmar-Akademie e.V. ist in Zusammenarbeit mit Bayern 2 entstanden.

1948 2020

Format
& Idee

Niklas Myiakis

© Stefan Loeber

Wie ist es zur Idee für den Podcast gekommen?

Als Corona über die Welt kam, waren wir auch an der Uni gezwungen, die Lehre umzustellen. Wir haben dann kurzerhand die manchmal etwas graue Theorie der Geschichtsdidaktik in einen Podcast gelegt. Das kam bei den Studis überraschend gut an. Als dann die Vollmar-Akademie selbst nach innovativen Formaten suchte, war man verrückt genug, mit uns gemeinsam in das kalte Wasser zu springen. Die kurze Antwort könnte aber auch lauten: wir hören uns einfach gern reden. 

Warum ein History Crime Podcast?

Neben der Spannung, die in den ausgewählten Geschichten liegt, ist das vor allem ihr ganz unterschiedliches Hineinwirken in die heutige Zeit. Das ist ja auch das Alleinstellungsmerkmal des Podcast, dass wir genau das in jeder Folge herausarbeiten. Es gibt einfach keine Vergangenheit, die nicht etwas mit uns zu tun hat. Das gilt auch für die thematisierten Verbrechen, deren Folgen heute noch spürbar sind oder die uns etwas darüber sagen, wohin sich Gesellschaften im negativen Sinne entwickeln können.

Was ist die größte Herausforderung daran einen Podcast aufzunehmen?

Das müssten eigentlich unser Redakteur Markus „Otto“ Köbnik gefragt werden, der nach der Aufnahme immer ca. 150 Füllwörter rausschneiden muss. Für uns ist die größte Herausforderung der Entstehungsprozess jeder einzelnen Episode: welcher „Fall“ ist interessant und gleichzeitig lehrreich, wie erzählen wir die Geschichte spannend für den richtigen Unterhaltungswert, was ist wichtig, was unwichtig, was möglicherweise für das Format Podcast zu komplex? Die Aufnahme selbst macht dann nur einen geringen Teil innerhalb dieses Prozesses aus.

Was kann Hannes, was du nicht kannst?

(Lacht) Also gegen meine manchmal etwas pastorale Stimmlage sorgt Hannes auf alle Fälle dafür, dass die Smartphones beim Hören des Podcast nicht versehentlich in den Standby-Modus schalten. Darüber hinaus ist er einfach ein sehr guter Geschichtenerzähler, der ein unglaubliches Fachwissen mitbringt. Er kann sich zwar nicht meinen Geburtstag merken, kann dafür aber alle Reichskanzler der Weimarer Republik in chronologischer Reihenfolge aufzählen. 

Niklas Fischer-Miyakis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der LMU München

Welche Vorteile hat ein Podcast gegenüber anderen Formaten?

Ich glaube ich spreche für Niklas mit, wenn wir uns nicht unbedingt als ‚digital natives‘ sehen. Aber wir haben sehr schnell die Potentiale des Podcasts erkannt und sahen uns durch das Feedback der Studierenden bestätigt. ‚Geschichte‘ ist ja eigentlich nichts anderes als die Aneinanderreihung von Geschichte*n. Wir wollen also auch Geschichtenerzähler sein und das kann ein Podcast sehr gut. Pausieren, nochmal anhören, und letztendlich eine Dynamik reinbringen, die man der ‚traditionellen‘ Geschichtsvermittlung oftmals abspricht. 

Was sind das zum Beispiel für Verbrechen?

Das können unterschiedliche Verbrechen sein. In Staffel 1 haben wir uns für ‚Gesichter des Terrors‘ entschieden. Attentate, Anschläge, Kriegsverbrechen – Der Begriff „Terrorismus“ ist ja sehr dehnbar und nicht genau bestimmt. Es geht uns jedoch nicht um eine Inszenierung oder gar Medialisierung dieser Verbrechen. Wir wollen diese Verbrechen der Vergangenheit in die Gegenwart holen, auch um in Zukunft vielleicht daraus lernen zu können. 

Was ist die größte Herausforderung daran einen Podcast aufzunehmen?

Die Themenfindung geht eigentlich immer ziemlich schnell, da es einfach
so viele unfassbar spannende Geschichten gibt. Die Recherche ist natürlich aufwändiger. Wenn ich mich jetzt aber auf eine Herausforderung festlegen müsste, dann ist es wohl die Schwierigkeit, zwei selbstkritische Menschen zufriedenzustellen. Die Produktion endet eben nicht mit der Aufnahme, insbesondere nicht bei einem Podcast mit Niklas, der dich in den Tagen vor der Veröffentlichung stündlich anruft, um einzelne Passagen zu besprechen.

Was kann Niklas, was du nicht kannst?

… was erst noch zu beweisen wäre (lacht). Niklas ist wirklich ein kreativer Geist, der ständig neue Ideen, Vorschläge und Visionen einbringt. Wenn es an meiner Bürotür klopft, kann ich mich bereits gedanklich auf eine mindestens halbstündiges Projektgespräch einstellen :). Aber dieser visionäre Tatendrang hat uns dahin geführt, wo wir jetzt mit diesem Podcast stehen. Und entgegen seiner stets selbstkritischen Meinung kann er komplexe historische Abläufe für sämtliche ZuhörerInnen erklären. Und darauf kommt es bei einem History Crime Podcast letztlich an. 

Dr. Hannes Liebrandt, Akademischer Rat am Historischen Seminar der LMU München

Dr. Hannes Liebrandt

© Stefan Loeber

Format
& Idee

Niklas Myiakis

© Stefan Loeber

Wie ist es zur Idee für den Podcast gekommen?

Als Corona über die Welt kam, waren wir auch an der Uni gezwungen, die Lehre umzustellen. Wir haben dann kurzerhand die manchmal etwas graue Theorie der Geschichtsdidaktik in einen Podcast gelegt. Das kam bei den Studis überraschend gut an. Als dann die Vollmar-Akademie selbst nach innovativen Formaten suchte, war man verrückt genug, mit uns gemeinsam in das kalte Wasser zu springen. Die kurze Antwort könnte aber auch lauten: wir hören uns einfach gern reden. 

Warum ein History Crime Podcast?

Neben der Spannung, die in den ausgewählten Geschichten liegt, ist das vor allem ihr ganz unterschiedliches Hineinwirken in die heutige Zeit. Das ist ja auch das Alleinstellungsmerkmal des Podcast, dass wir genau das in jeder Folge herausarbeiten. Es gibt einfach keine Vergangenheit, die nicht etwas mit uns zu tun hat. Das gilt auch für die thematisierten Verbrechen, deren Folgen heute noch spürbar sind oder die uns etwas darüber sagen, wohin sich Gesellschaften im negativen Sinne entwickeln können.

Was ist die größte Herausforderung daran einen Podcast aufzunehmen?

Das müssten eigentlich unser Redakteur Markus „Otto“ Köbnik gefragt werden, der nach der Aufnahme immer ca. 150 Füllwörter rausschneiden muss. Für uns ist die größte Herausforderung der Entstehungsprozess jeder einzelnen Episode: welcher „Fall“ ist interessant und gleichzeitig lehrreich, wie erzählen wir die Geschichte spannend für den richtigen Unterhaltungswert, was ist wichtig, was unwichtig, was möglicherweise für das Format Podcast zu komplex? Die Aufnahme selbst macht dann nur einen geringen Teil innerhalb dieses Prozesses aus.

Was kann Hannes, was du nicht kannst?

(Lacht) Also gegen meine manchmal etwas pastorale Stimmlage sorgt Hannes auf alle Fälle dafür, dass die Smartphones beim Hören des Podcast nicht versehentlich in den Standby-Modus schalten. Darüber hinaus ist er einfach ein sehr guter Geschichtenerzähler, der ein unglaubliches Fachwissen mitbringt. Er kann sich zwar nicht meinen Geburtstag merken, kann dafür aber alle Reichskanzler der Weimarer Republik in chronologischer Reihenfolge aufzählen. 

Niklas Fischer-Miyakis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der LMU München

Dr. Hannes Liebrandt

© Stefan Loeber

Welche Vorteile hat ein Podcast gegenüber anderen Formaten?

Ich glaube ich spreche für Niklas mit, wenn wir uns nicht unbedingt als ‚digital natives‘ sehen. Aber wir haben sehr schnell die Potentiale des Podcasts erkannt und sahen uns durch das Feedback der Studierenden bestätigt. ‚Geschichte‘ ist ja eigentlich nichts anderes als die Aneinanderreihung von Geschichte*n. Wir wollen also auch Geschichtenerzähler sein und das kann ein Podcast sehr gut. Pausieren, nochmal anhören, und letztendlich eine Dynamik reinbringen, die man der ‚traditionellen‘ Geschichtsvermittlung oftmals abspricht. 

Was sind das zum Beispiel für Verbrechen?

Das können unterschiedliche Verbrechen sein. In Staffel 1 haben wir uns für ‚Gesichter des Terrors‘ entschieden. Attentate, Anschläge, Kriegsverbrechen – Der Begriff „Terrorismus“ ist ja sehr dehnbar und nicht genau bestimmt. Es geht uns jedoch nicht um eine Inszenierung oder gar Medialisierung dieser Verbrechen. Wir wollen diese Verbrechen der Vergangenheit in die Gegenwart holen, auch um in Zukunft vielleicht daraus lernen zu können. 

Was ist die größte Herausforderung daran einen Podcast aufzunehmen?

Die Themenfindung geht eigentlich immer ziemlich schnell, da es einfach
so viele unfassbar spannende Geschichten gibt. Die Recherche ist natürlich aufwändiger. Wenn ich mich jetzt aber auf eine Herausforderung festlegen müsste, dann ist es wohl die Schwierigkeit, zwei selbstkritische Menschen zufriedenzustellen. Die Produktion endet eben nicht mit der Aufnahme, insbesondere nicht bei einem Podcast mit Niklas, der dich in den Tagen vor der Veröffentlichung stündlich anruft, um einzelne Passagen zu besprechen.

Was kann Niklas, was du nicht kannst?

… was erst noch zu beweisen wäre (lacht). Niklas ist wirklich ein kreativer Geist, der ständig neue Ideen, Vorschläge und Visionen einbringt. Wenn es an meiner Bürotür klopft, kann ich mich bereits gedanklich auf eine mindestens halbstündiges Projektgespräch einstellen :). Aber dieser visionäre Tatendrang hat uns dahin geführt, wo wir jetzt mit diesem Podcast stehen. Und entgegen seiner stets selbstkritischen Meinung kann er komplexe historische Abläufe für sämtliche ZuhörerInnen erklären. Und darauf kommt es bei einem History Crime Podcast letztlich an. 

Dr. Hannes Liebrandt, Akademischer Rat am Historischen Seminar der LMU München

Dr. Hannes Liebrandt

© Stefan Loeber

alle Folgen, Staffel 1

Gegen das Vergessen werden geschichtsverändernde Verbrechen spannend erzählt und auf die Gegenwart übertragen. So lang die Ereignisse der Jahre 1914, 1922 und 1944 auch zurückliegen, sie alle wirken sich noch immer auf die Gegenwart aus. Weißt du, was ein von Deutschen verübtes Massaker in einem griechischen Dorf mit uns heute zu tun hat?