meine Wahrheit wird keine öffentliche Schande zu fürchten haben.

– Anne Boleyn

© Bundesarchiv, Bild Y 10-RL2-548-75, Autor(in): o.Ang.

2025

Folge 1

BLUT AUF DEM TOWER GREEN: DER GEWALTSAME TOD VON ANNE BOLEYN

Frauen haben es nicht leicht am Königshof der Tudors unter König Heinrich VIII. Sie sind Spielbälle seiner Machtinteressen und vor allem sollen sie die Thronfolge sichern, indem sie für männlichen Nachwuchs sorgen. Was es bedeutet, wenn man dieser “königlichen Pflicht” nicht nachkommt, erlebt die englische Königin Anne Boleyn am eigenen Leib. Sie sitzt dort, wo schon so viele “Hochgeborene” ihre letzten Stunden verbrachten: Im Tower von London.

Folge 2

BLOODY MARY: MÄRTYRERIN ODER MÖRDERIN IM NAMEN GOTTES?

Der Name „Bloody Mary“ hallt durch die Geschichte und ist untrennbar mit der englischen Königin Maria I. verbunden. Doch wer war diese Frau wirklich? War sie eine fanatische Katholikin, die im Namen des Glaubens über Leichen ging, oder eine tragische Figur, gefangen in den politischen und religiösen Wirren ihrer Zeit?Der Weg von der „Bastardtochter” zur ersten englischen Regentin der Geschichte ist steinig und lang. Denn kurz nach dem Tod Ihres Vaters und ihres Bruders scheint der englische Thron in greifbarer Nähe. Wäre da nicht ein ehrgeiziger protestantischer Lord, der seiner Schwiegertochter die Krone aufsetzen möchte. Ein blutiger Machtkampf beginnt und am Ende ihrer Herrschaft säumen tote Protestanten ihren Weg.

Folge 3

Francisco Pizarros Gier nach Gold:
Der Untergang des Inkareichs

Im Jahr 1531 machen sich rund 200 spanische Konquistadoren auf eine abenteuerliche Mission. Unter der Führung von Francisco Pizarro dringen sie tief in den südamerikanischen Urwald vor. Ihr Ziel: Das sagenumwobene Inkareich. Legenden und Mythen umranken diese frühe Hochkultur und noch mehr kursieren Gerüchte von unschätzbaren Reichtümern und Bergen voller Gold. Der Sapa Inka Atahualpa begegnet den Fremden misstrauisch und neugierig. In der Stadt Cajamarca kommt es letztlich zum Showdown: Dort treffen aber nicht nur Krieger und Geistliche aufeinander, sondern hier begegnen sich vollkommen unterschiedliche Zivilisationen. Aus Fremden werden Feinde und aus einer Expedition wird ein Massaker. Bald schon wird sich zeigen, ob die Legenden vom Gold wahr sind.

Folge 4

Revolution und Rache: Monika Ertl auf den Spuren Che Guevaras 

Drei Schauplätze und eine Frau, die immer dabei ist: Monika Ertl. Als Tochter des berühmten Bergsteigers und Kameramanns der Nationalsozialisten, Hans Ertl, führt sie ein Leben, das so facettenreich ist wie ein Kinofilm. Von ihrer privilegierten Kindheit in Bayern über ihre Zeit in Bolivien bis hin zu ihrem Aufstieg zur Guerillakämpferin und „Rächerin Che Guevaras“. Drei Tatorte, die auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeit haben und dennoch Weltgeschichte erzählen. Mittendrin die junge Münchnerin, die längst ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat und von einer neuen, revolutionären Zukunft träumt. Bevor diese jedoch erreicht ist, will sie erst Rache nehmen, ihr Ziel: Hamburg! 

Folge 5

Der Rote Terror Teil 1: Anschlag auf Lenin

Russland im August 1918: Das Zarenreich ist Geschichte und die alte Dynastie der Romanows ausgelöscht. Im Land regieren die Bolschewiki mit eiserner Hand. Ein blutiger Bürgerkrieg beginnt, der schließlich Millionen von Menschen das Leben kosten wird. In dieser angespannten und gewaltvollen Situation erschüttern zwei Attentate das riesige Reich. Die Tatorte liegen in Petrograd und Moskau und sie werden die russische Geschichte für immer verändern. Eines der Anschlagsziele ist Wladimir Iljitsch Lenin. Schwer getroffen sackt der Führer der Bolschewiki nach einer Rede zu Boden und sein Leben hängt fortan am seidenen Faden. Und während Lenin um sein Leben kämpft, lässt er gnadenlos Oppositionelle, Bauern, ethnische Minderheiten, Geistliche und Adelige verfolgen und brutal ermorden. Der Rote Terror beginnt und wird auch bald die vermeintliche Attentäterin einholen: eine junge Anarchistin jüdischer Abstammung.

Folge 6 – Jubiläumsfolge

Tatort Geschichte meets Hollywood:
Das tödliche Rätsel der einsamen Insel Floreana

In dieser 100. Jubiläumsfolge von Tatort Geschichte reisen wir gedanklich mitten ins Nirgendwo, genauer gesagt auf die kleine Insel Floreana der Galapagos Inseln. Hier suchen drei Gruppen deutscher Auswanderer ihr Paradies. Doch anstatt tausende Kilometer von der Heimat entfernt zu Ruhe und zu sich selbst zu finden, spitzen sich die sozialen Konflikte von Tag zu Tag zu, bis sie schließlich in offene Gewalt münden. Am Ende dieses Survival Thrillers werden zwei Menschen tot sein, zwei weitere werden für immer verschwinden. Wir sprechen gemeinsam mit Oscarpreisträger und Regisseur Ron Howard und dem Schauspieler Felix Kammerer über das Todesrätsel von Floreana und über ihren Kinofilm Eden, in dem dieses düstere Kammerspiel unter Tropensonne mit Starbesetzung verfilmt wurde.

Folge 7

Der Rote Terror Teil 2: Die Herrschaft der Tscheka 

Der blutige Bürgerkrieg hält die junge Sowjetunion weiterhin fest im Atem. Im Jahr 1921 sind bereits hunderttausende Soldaten und Zivilisten gefallen, ermordet oder an Hunger und Krankheiten gestorben. Die herrschenden Bolschewiki gewinnen jedoch allmählich die Oberhand und überziehen das ganze Land mit einer Terrorwelle. Die Geheimpolizei Tscheka mit ihrem Anführer Felix Dscherschinski (auch: Dserschinski) ist das Gesicht dieser neuen Phase der Gewalt. Diese trifft auch die Arbeiter in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg. Sie begehren auf und revoltieren! Dabei erhalten sie unerwartete Unterstützung von den Matrosen bei Kronstadt. Einst waren sie die Prätorianer der Revolution, jetzt stellen sie sich gegen Lenin, Trotzki und Co. Es kommt zum großen Showdown und am Ende dieses Kräftemessens zeigt sich, wie erbarmungslos selbst die früheren Helden dem Terror zum Opfer fallen werden.

Folge 8

Die Korsaren: Schrecken des Mittelmeeres 

Das Mittelmeer ist seit der Antike ein Sammelbecken für Piraten und Seeräuber. Mit der Verbreitung des Islam kommt ab dem 8. Jahrhundert eine neue Bedrohung hinzu: muslimische Korsaren. Sie plündern und brandschatzen die Küstenstädte Italiens, Spaniens und Frankreichs und gelangen später sogar bis nach Island und Irland. Dabei haben sie es neben den Reichtümern der Städte noch auf etwas anderes abgesehen: Männer, Frauen und Jugendliche werden zu Tausenden auf die Schiffe beladen und auf den Sklavenmärkten Nordafrikas verkauft. Einer, der ständig für neue „Ware” sorgt, ist Hayreddin Barbarossa. Er ist der gefürchtetste aller Korsaren. Sein Ruf eilt ihm voraus und auch heute noch wechseln sich die Zuschreibungen ab: Gemeiner Pirat oder Nationalheld?

Folge 9

Nationalsozialisten gegen Austrofaschisten: Die Akte Dollfuß

Im Jahr 1934 ist die Demokratie in Österreich längst Geschichte. Kanzler Engelbert Dollfuß regiert autoritär-diktatorisch und geht rigoros gegen seine politischen Widersacher vor. Zu diesen zählen aber nicht nur Kommunisten und Sozialisten, sondern auch Nationalsozialisten. Dabei lauert die Gefahr durch österreichische Nationalsozialisten im Inneren, aber sie kommt auch von außen. Denn längst hat Hitler ein Auge auf seine Heimat Österreich geworfen. Einfach annektieren kann er sie nicht, also muss eine andere Lösung gefunden werden. Im Juli 1934 wird der gewaltsame Putsch geübt. Ist es Hitlers zweiter Putsch nach 1923 oder verselbständigen sich hier Österreicher, die nun endlich „heim ins Reich” möchten? Bis heute sind die Hintergründe unklar, denn keiner weiß, wer Auftraggeber und wer Marionette in diesem blutigen Machtspiel ist.

Folge 10

Die Assassinen: Bruderschaft des Todes

Im Verborgenen bildet sich ein Geheimbund, der die politische Landkarte der damals islamischen Welt mit scharfer Klinge und fanatischem Glauben verändert: die Assassinen. Unter der Führung des rätselhaften „Alten vom Berge“ entsteht im 11. Jahrhundert ein Netzwerk aus lautlosen Killern. Zunächst richten sich ihre Attentate gezielt gegen rivalisierende muslimische geistliche und politische Oberhäupter: Kalifen, Emire, Wesire – niemand ist vor ihnen sicher. Mit präzise geplanten Morden destabilisieren sie ganze Reiche. Doch mit ihrem Vordringen nach Syrien treten neue Feinde auf den Plan: christliche Kreuzfahrer, die im östlichen Mittelmeer ganze Kreuzfahrerstaaten errichten. Doch während die Assassinen ihre Macht festigen und ausbauen, regt sich im Osten eine neue Bedrohung – eine Macht, größer und unaufhaltsam. Ihr Aufstieg wird das Ende der Assassinen einleiten…

Folge 11

Der ‘Pate von Las Vegas’ – Crossover mit His2Go

Hinweis: Unsere Folge als Gäste beim Podcast His2Go findet ihr ab dem 30.05.2025 auf dem Kanal von His2GoElegant, charmant – und tödlich: Bugsy Siegel gilt als einer der bekanntesten amerikanischen Mobster des 20. Jahrhunderts. Als Gründungsmitglied der Kosher Nostra, dem jüdischen Pendant zur italienischen Mafia, bewegt sich Siegel in einer Welt aus Gewalt, Macht und Luxus. Zusammen mit seinem engen Vertrauten Meyer Lansky baut er ein Unterwelt-Imperium auf und wird von anderen Mafiagrößen wie Al Capone, Lucky Luciano, Vito Genovese und Frank Costello geachtet und gefürchtet. Doch während Lansky strategisch und kontrolliert agiert, verliert Siegel zunehmend die Bodenhaftung. Sein Traum: ein Casino-Imperium mitten in der Wüste Nevadas. Das „Flamingo“ in Las Vegas sollte nicht nur ein Hotel, sondern ein Denkmal seines Größenwahns werden. Die Baukosten explodieren, Gelder werden veruntreut und damit der Sturz eines Gangsters eingeläutet, der mit Stil tötete und mit Arroganz verlor. Bugsy Siegel – der Gentleman-Gangster, der sich verzockte und schließlich als Vorlage in Mario Puzos „Der Pate” landete.

Folge 12

Billy the Kid-Prototyp eines Outlaws? – Crossover mit His2Go

Im Wilden Westen der 1880er-Jahre wurde er zur Legende: Billy the Kid – Revolverheld, Gesetzloser und Mythos. Diese Episode beleuchtet das bewegte Leben des berüchtigten Outlaws, dessen Weg durch Gewalt, Flucht und Gesetzesbruch geprägt war. Im Mittelpunkt steht die erbitterte Rivalität mit dem ehemaligen Weggefährten und späteren Gesetzeshüter Pat Garrett, der zur Schlüsselfigur in Billys letzter Jagd wurde. Eine Geschichte über wilde Schießereien, Verrat und die Entstehung eines Mythos, der bis heute fasziniert.

Folge 13

Kamera als Waffe: Gerda Taro im Spanischen Bürgerkrieg

Brunete, Juli 1937. Die Felder westlich von Madrid sind zerbombt, der Staub des Krieges liegt schwer in der Luft. Zwischen Schützengräben und Flüchtlingszügen bewegt sich eine junge Frau mit einer Leica in der Hand. Kein Gewehr, keine Uniform – aber eine Mission: die Schrecken des Krieges zeigen.Gerda Taro ist mittendrin, wo andere längst geflohen sind. Ihre Kamera wird zur Waffe des Widerstands. Gemeinsam mit ihrem Partner Robert Capa revolutioniert sie die Kriegsberichterstattung – nah, roh und schonungslos. Diese Episode erzählt vom letzten Sommer der Gerda Taro – vom Mut einer Frau, die die Frontlinie suchte, um Zeugnis abzulegen. Und von einem Krieg, der nicht nur Europa spaltete, sondern eine neue Ära des Medienkrieges begründete.

Folge 14

Der Fotograf als Regisseur: Robert Capa zwischen Kamera und Kugelhagel

Robert Capa gilt als der Mann, der dem Krieg ein Gesicht gab – und der mit seiner Kamera dort war, wo andere flohen: an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegründer der modernen Kriegsfotografie rückte er mit seiner Linse näher an das Geschehen als je jemand zuvor – vom Spanischen Bürgerkrieg über die Landung in der Normandie bis nach Indochina.
Seine ikonischen Bilder beeinflussten nicht nur die Wahrnehmung von Krieg, sondern auch die Ästhetik des Kinos: Regisseure wie Steven Spielberg ließen sich direkt von Capa inspirieren – etwa für „Der Soldat James Ryan“.
Diese Episode beleuchtet Capas Leben zwischen Fronteinsatz und Filmset, zwischen Partynächten mit Ernest Hemingway und Ingrid Bergmann und der Frontkamera im Kugelhagel. Gemeinsam besprechen wir seine ikonischen Aufnahmen, seinen radikalen Zugang zur Realität, der die wahre Gesicht des Krieges zeigt.
Ein Podcast über Bilder, die mehr erzählen als Worte – und über einen Mann, der mit jeder Aufnahme Geschichte schrieb.

Folge 15

Commodus (1/2): Vom Kaisersohn zum Gottkaiser

Er ist der Sohn eines gefeierten Kaisers, Erbe eines riesigen Weltreichs – und der Anfang vom Ende des goldenen Zeitalters Roms. Commodus wächst im Schatten seines Vaters Mark Aurel auf, einem Philosophenkaiser, der Ordnung und Vernunft verkörperte. Doch was passiert, wenn auf Weisheit Wahnsinn folgt? Schon früh wird klar: Das Imperium liegt einem jungen Mann zu Füßen, bei dem die Politik zur Bühne wird. Wir begleiten Commodus in seinem Aufstieg zur absoluten Macht: durch ein Netz aus Intrigen, gescheiterten Attentaten und brutalen Racheakten. Ein Kaiser, der sich selbst als Gott sieht, Gladiatorenkämpfe liebt, Skandale auslöst, einen Hofstaat mit Blut und Misstrauen regiert und schließlich als historische Vorlage im Hollywood Blockbuster „Gladiator” landet.

Folge 16

Commodus (2/2): Der Tod des Herkules

Auch in dieser Folge beschäftigen wir uns mit Commodus, der als einer der berüchtigten „bösen Kaiser“ in die Geschichte Roms eingegangen ist. Die Geschichten über seine Auftritte als Gladiator im Kolosseum und seine exzentrische Selbstdarstellung als Herkules haben unser Bild von seiner Herrschaft bis heute geprägt. Doch wie viel Wahnsinn und Tyrannei steckten wirklich in Commodus? War er tatsächlich ein skrupelloser Tyrann – oder vielleicht doch ein missverstandener Reformer?

Folge 17

Schloss Hartheim: Das tödliche Idyll

Schloss Hartheim, ein prachtvolles Renaissancegebäude unweit von Linz, steht heute als stummer Zeuge eines der dunkelsten Kapitel der NS-Zeit. Hinter seiner idyllischen Fassade richteten die Nationalsozialisten eine der zentralen Tötungsanstalten ihres Euthanasieprogramms ein. Hier wurden zehntausende Menschen ermordet – Männer, Frauen und Kinder, die als „lebensunwert“ stigmatisiert wurden. Gerade der Kontrast könnte kaum größer sein: Wo einst kunstvolle Renaissanceformen Idylle und Erhabenheit ausstrahlten, verwandelte das NS-Regime das Schloss in eine Maschinerie der Vernichtung. In den Kellerräumen des Schlosses spielte sich Unfassbares ab – ein perfides Zusammenspiel aus Täuschung, Bürokratie und Mord. Im Mai 1945 schließlich verließen die Nationalsozialisten um Rudolf Lonauer Schloss Hartheim, nicht ohne die Spuren der eigenen Verbrechen zu verwischen.

Folge 18

Ferdinand Lassalle – Ein Duell auf Leben und Tod

Ferdinand Lassalle, der charismatische Jurist und Mitbegründer der deutschen Arbeiterbewegung, findet 1864 in Genf ein dramatisches Ende: Bei einem Duell mit dem jungen polnischen Adligen Janko von Racowitza wird er tödlich verwundet. Was wie eine private Fehde zwischen zwei Männern wegen einer Frau erscheint, ist zugleich Ausdruck einer jahrhundertealten Praxis, die Menschen in allen Kulturen und Zeiten faszinierte und forderte. Der Schauplatz könnte kaum widersprüchlicher sein: In einer Stadt, die für ihre Neutralität und ihre bürgerliche Ordnung bekannt ist, fällt einer der bedeutendsten politischen Köpfe seiner Epoche einer archaischen Form der Konfliktlösung zum Opfer. Doch Lassalles Geschichte steht nicht allein. Wir werfen einen Blick auf berühmte Duelle der Weltgeschichte – von europäischen Adligen über Literaten bis hin zu Politikern – und fragen, warum dieses Ritual der Ehre so tief in Gesellschaften verwurzelt war und weshalb es über Jahrhunderte hinweg in allen Teilen der Welt auf Leben und Tod ausgetragen wurde.

Folge 19

“Oktoberfest 1905”: Bier, Betrug und die “Herren der Wiesn”

Gerade ist die zweite Staffel der Erfolgsserie Oktoberfest 1905 gestartet und wir werfen einen Blick in die historische Realität eines Volksfestes im Umbruch. Exemplarisch dafür steht die erste riesige Bierburg des legendären Wiesnwirts Georg „Schorschl“ Lang mit eigener Blaskapelle und Platz für Tausende von Menschen. Doch während das Geschäft mit dem Bier boomt, kursieren auch auf den Wiesn Gerüchte über absichtlich nicht voll eingeschenkte Krüge. Wir gehen dem auf die Spur und besuchen zusätzlich völlig neue Fahrgeschäfte und die diskriminierenden „Menschenschauen“, die damals Teil der Wiesn waren. Mit dabei ist auch Filmproduzent Alexis von Wittgenstein, mit dem wir darüber sprechen, was in seiner Serie Oktoberfest 1905 Fiktion ist und was Wirklichkeit.

Folge 20

Bloody Sunday: Nordirlands Wunde und der Schatten der IRA

Am 30. Januar 1972 verwandelt sich ein Protestmarsch in der nordirischen Stadt Derry in ein Massaker: Britische Fallschirmjäger eröffnen das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten. Was wie eine Eskalation zwischen Soldaten und Steinewerfern erscheint, ist in Wahrheit ein Fanal für einen großen Konflikt: den jahrzehntelangen Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten, der IRA und der britischen Regierung. Dieser „Bloody Sunday” wird zum Wendepunkt – er treibt Tausende in die Arme der IRA, entfremdet Nordirland noch stärker vom britischen Staat und macht den Konflikt international sichtbar. Wir lassen das Blutbad von Derry als Tatort lebendig werden und blicken auch auf die Musik, die dieses Verbrechen in unser Gedächtnis gebrannt hat.

Folge 21

Der 18. Brumaire – Napoleons Stunde Null

Paris, 1799: Frankreich taumelt. Die Revolution hat die alte Ordnung hinweggefegt, doch das Direktorium, die Regierung der Revolutionäre, steckt im Chaos aus Korruption, Machtkämpfen und Krieg. In dieser Atmosphäre kehrt ein junger General von einem gescheiterten Feldzug zurück – ehrgeizig, rastlos: Napoleon Bonaparte. Schon bald greift er nach der Macht – mit einem tollkühnen Staatsstreich am 18. Brumaire, der Frankreich für immer verändern wird. Für die Royalisten ist Napoleon nichts weiter als ein Emporkömmling, der das alte Adelsgefüge herausfordert. Für die Engländer hingegen ist er ein gefährlicher Stratege, der ihre Vormachtstellung in Europa bedroht. Beide Seiten wollen ihn stürzen – und greifen zu immer radikaleren Mitteln. Attentate, Verschwörungen, sogar die berüchtigte „Höllenmaschine“ sollen sein Leben auslöschen. Wir blicken zurück auf den Tag, an dem die französische Revolution endet und die napoleonische Ära beginnt – und verfolgen den Aufstieg eines Mannes, der sich wenige Jahre später selbst die Krone aufsetzt.

Folge 22

The man who saved the world? Wassili Archipow – Der geheime Held der Kuba-Krise

Oktober 1962. Die Welt hält den Atem an. Vor der Küste Kubas stehen sich die Supermächte des Kalten Krieges gegenüber. Amerikanische Spionageflugzeuge haben sowjetische Raketen entdeckt – Atomraketen, die in Minuten Washington, New York oder Chicago zerstören könnten. Die USA verhängen eine Seeblockade, die Sowjetunion schickt ihre Flotte in Richtung Karibik. Ein einziger Fehltritt – und der Atomkrieg wäre Realität. Tief unter der Wasseroberfläche, an Bord des sowjetischen U-Boots B-59 glauben die Männer, der Krieg habe bereits begonnen. Der Kommandant befiehlt, den nuklearen Torpedo einsatzbereit zu machen. Nur einer widerspricht: Wassili Alexandrowitsch Archipow. Es ist der Moment, in dem ein einzelner Mann eventuell die Welt vor der nuklearen Katastrophe bewahrt – und doch jahrzehntelang unbekannt bleibt.

Folge 23

Nürnberg 1946: Der letzte Akt des Hermann Göring

Er war der zweitmächtigste Mann des „Dritten Reiches“ – Kriegsheld, Reichsmarschall und einer der engsten Vertrauten Adolf Hitlers. Hermann Göring verkörperte wie kaum ein anderer die Hybris und den Größenwahn des NS-Regimes. Vom gefeierten Jagdflieger des Ersten Weltkriegs zum selbsternannten Thronfolger Hitlers – ein Aufstieg, der in maßloser Gier, Drogenrausch und politischem Fanatismus endete.
Doch im Herbst 1946 sitzt er in Nürnberg in einer schmalen Zelle – als Gefangener der Alliierten, als Angeklagter im größten Kriegsverbrecherprozess der Geschichte. Während draußen die Welt über die Zukunft Deutschlands verhandelt, führt Göring hinter Gefängnismauern seinen letzten, ganz eigenen Kampf.
Er brilliert im Zeugenstand, manipuliert Mitgefangene und inszeniert sich bis zum Schluss als Sieger über seine Richter. Im Geheimen aber plant er seinen letzten Akt, der ihm seinen Platz in den Geschichtsbüchern sichern soll.

Folge 24

Ausgrenzung, Gewalt, Widerstand: Rosa Parks und die starken Frauen von Alabama

Am 1. Dezember 1955 bleibt Rosa Parks in Montgomery, Alabama auf ihrem Sitzplatz in einem Bus sitzen und steht nicht auf, als ein weißer Fahrgast einen Platz fordert.
Mit dieser ruhigen, aber entschlossenen Geste wird sie zum Symbol des Widerstands gegen die rassistische Segregation im Süden der USA, im sogenannten „Jim Crow Land“.
In dieser Episode rekonstruieren wir die Vorgeschichte des berühmten Busboykotts von Montgomery. Wir erzählen von einem jahrzehntelangen Justizskandal, der zum Sinnbild für eine „weiße“ Justiz wird, und von zwei rassistischen Gewaltverbrechen, die Rosa Parks tief geprägt haben.
Dabei geht es auch um die vielen mutigen Frauen, allen voran Rosa Parks, die diesen Protest getragen und vorangetrieben haben.

Folge 25

Die Sendlinger Mordweihnacht – Weihnachtsspecial
(mit Blick hinter die Kulissen) 

In unserem diesjährigen Weihnachtsspecial widmen wir uns einem Ereignis, das so gar nicht nach besinnlicher Adventszeit klingt: der Sendlinger Mordweihnacht. Wir blicken zurück auf den Winter 1705, als sich in und um München der Widerstand gegen die habsburgische Besatzung formt. Bauern, Handwerker und Freiheitskämpfer ziehen in der Hoffnung los, ihre Heimat zu befreien – und enden in einem der tragischsten Blutbäder der bayerischen Geschichte.

Anschließend öffnen wir für euch die Tür hinter die Kulissen unseres Podcasts: Wir reden über die Arbeit an dieser Folge, spielen historische O-Töne und erraten historische Lieder – und natürlich könnt auch ihr miträtseln. Ein Mix aus Geschichte, Atmosphäre und einem augenzwinkernden Blick hinter das Mikrofon.

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